Buch-Tipp: Immobilienbewertung im Bild

Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) praxisgerecht erläutert und grafisch umgesetzt.

Der Immobilienwertermittlung liegt im Wesentlichen technisches und kaufmännisches Denken zugrunde. Zudem ist sie geprägt von einem stark normierten Handlungsraum, aus dem heraus, unter Berücksichtigung einer großen Vielzahl unterschiedlichster Einflüssgrößen, vom bewertenden Sachverständigen ein individueller Verkehrs-(Markt-) wert abgeleitet werden soll. Aus diesem Grunde sind entsprechende Regelwerkkenntnisse unabdingbar.

Jeder der am Bau Beteiligten weiß aus eigener Erfahrung, wie „dröge“ oftmals das Studium von Gesetzes-, Verordnungs- und sonstigen Regelwerktexten sein kann. Im Gegensatz dazu hat man als „Baumensch“ schon frühzeitig gelernt, dass DAS Kommunikationsmittel schlechthin eine Zeichnung ist. So kannte man bisher die die Arbeit erleichternde „Bauordnung im Bild“ und auch die „VOB im Bild“. Beides etablierte Werke des Rudolf-Müller-Verlags in Form von kommentierten Texten, ergänzt um erläuternde grafische Darstellungen. Diese regelmäßig in Form technischer Zeichenart.

Vor diesem Hintergrund und in Bezug auf das hier zur Rede stehende Fachbuch, stellt man sich unweigerlich die Frage, warum nicht schon früher jemand auf die Idee der Immobilienwertermittlung im Bild gekommen ist.

Nimmt man dann dieses Fachbuch zur Hand und macht zum ersten Mal „Daumenkino“, wird einem unweigerlich ein gewisses Grinsen ins Gesicht getrieben. Nicht negativ gemeint – nein, positiv überrascht. Statt der bekannten und auch zunächst erwarteten v.g. Darstellungen technischer Zeichenart, finden sich durchaus gut gemachte Illustrationen, eher im Comicstil und z.T. sogar mit Sprechblasen. Warum nicht mal neue Wege gehen ?

Jedenfalls tut diese Art der Bebilderung dem fachlichen Inhalt keinen Abbruch. Das Gegenteil ist der Fall. Fachliche Inhalte werden „leicht zugänglich und verdaulich“ dem Leser nahe gebracht. Dabei nützlich für begutachtende Young Professionals, aber auch für Professionals, genauso wie für prüfende Instanzen.

Dem Verständnis zuträglich ist die Gliederung des Fachbuchs in die Grundlagen der Gutachtenerstellung, der Einführung in die Immobilienwertermittlungsverordnung (dabei wird in Bezug auf die einzelnen Paragraphen das Auge mittels andersfarbiger Kommentare geführt), den drei deutschen Wertermittlungsverfahren (mit Ablaufschemata) und den üblichen Rechten und Belastungen. Abgerundet wird das Werk durch hilfreiche Anhänge, wie z.B. Barwertfaktoren und Baupreisindizes. Letzteres fordert aber von den Autoren regelmäßiges Fortschreiben, da sich solche Daten erfahrungsgemäß in kurzen Zeitintervallen gerne mal ändern.

Resumee

Das vorliegende Fachbuchkonzept ist sehr erfrischend. Das Werk ist gelungen und die Autoren sollte man zum Weitermachen ermutigen. Es darf jedoch mit den Illustrationen nicht ins „Übertriebene“ abgleiten. Es könnte sich leicht Überdrüssigkeit einstellen.

Das besprochene Fachbuch gehört in den Bücherschrank eines jeden, der sich beruflich mit Immobilienwertermittlung befasst. Sei es nun direkt, z.B. als Sachverständiger, oder indirekt, z.B. als prüfender Verwerter einer Wertermittlung.

Rezensent: Karl O. Gerlach

Sachverständiger für Hochbau (Schäden, Mängel) und Immobilienwertermittlung, Dozent in der Fortbildung von Juristen im Schnittstellenbereich Bau- und Immobilienwissen i.S.d. §15 FAO, Heinsberg (Rhld.)

Über Justina Kroliczek

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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